König und der schwarze Tod – Wölflingstag 2015

Für die Wölflinge, die ganz Kleinen unter den Pfadfindern ab sieben Jahren, sollte unter Federführung der Region Mainfranken ein schönes Abenteuer stattfinden. Anna, Frank und Werner, Leiter der Pfadis aus Zell, fanden sich bereit, alles zu planen und durchzuführen. Es sollte ein besonderer Tag kurz vor Beginn des neuen Schuljahres werden.

Los ging es am Samstagvormittag. Die Pfadfinder trafen sich an der Alten Schule Zell und liefen gemeinsam zu einer schönen Lichtung im Wald. Dort bauten wir Bänke, Tische und eine mobile Toilette auf. Für die Privatsphäre bauten die Kinder ein Toilettenhäuschen aus Ästen und Laub. Die Kinder durchsuchten die ganze Umgebung nach Müll und trugen einen großen Haufen zusammen.

40 Kinder aus Zell, Estenfeld, Königsberg, Rieneck und Haibach mit ihren Betreuern konnten mit den Spielen beginnen. Nach einem kurzen Kennenlernspiel namens „Kuhstall“ und einer kleinen Brotzeit starteten wir die erste Proberunde des  Geländespiels.

Wir haben eine uralte Version des heute als Stratego bekannten Spiels auf dem Dachboden in einer alten Truhe gefunden und ein wenig an die heutige Zeit angepasst. Da der Titel des Spiels nicht überliefert war, nannten wir es König und Schwarzer Tod.

Die Teilnehmer wurden in das rote und das blaue Königreich eingeteilt. Jede Gruppe errichtete im Wald eine Basis. Ritter, Grafen, Könige, Quacksalber und der Schwarze Tod kämpften gegeneinander. Da in der Proberunde alles ganz gut geklappt hat, schritten wir dann gleich zum echten Spiel. Jetzt wurde noch zusätzlich von jeder Mannschaft eine Fahne versteckt, die der Gegner erobern konnte. Letztendlich gewann das blaue Königreich nach zwei kompletten Spielrunden mit knappem Vorsprung.

Herr Werner vom Burgberg hatte sich noch etwas besonderes ausgedacht: Da die Kinder den Wald so gründlich gesäubert hatten, sollten sie Glücksmünzen als Andenken an den schönen Tag bekommen. Doch so einfach war es nicht. Werner hatte den Schatz nämlich vor langer Zeit dem Waldgeist zur Aufbewahrung gegeben. Nachdem der Waldgeist von allen zusammen gerufen wurde, kam er auch tatsächlich müde zur Lichtung: „Wer rufet mich zu solch ungünstiger Stunde, wer wecket mich von meinem Mittagsschlaf? Was macht ihr alle an solch einem verwunschenem Ort?“. Der Waldgeist, auch Fürst der Wälder genannt, wusste leider auch nicht, wo sich dieser Schatz mit den Glücksmünzen befand. Den hatte er ja vor langer, langer Zeit Ronja Elfentochter anvertraut. Als auch Ronja erschien, stellte sich heraus, dass sie nach 1000 Jahren leider vergessen hatte, wo sich der Schatz befand. Zum Glück waren aber viele Kinder da, die ihr bei der Suche helfen konnten. Während die Kinder suchten, fielen ihr noch ein paar Hinweise zum Versteck ein, sodass die versiegelte Schatulle mit den zauberischen Bändern schließlich gefunden wurde. Die zwei besten Schatzsucher bekamen Orden für ihren guten Spürsinn. Nur mit Handschuhen und geschlossenen Augen durfte sich jedes Kind eine Glücksmünze aus der geheimnisvollen Schatulle von Herrn Werner nehmen. So konnte jedes Kind „seine“ Glücksmünze als erster berühren. Um den Hunger zu stillen gab es leckere Wildschweinbratwürste, die wir auf Stecken grillten. Am späten Nachmittag machten wir uns nach unserem traditionellen Abschiedslied und mit schönen Erinnerungen wieder auf den Heimweg.

Frank Stretz

Bilder: Michael Höfling, Mareike Sturm, Werner Stretz